Mittwoch, 20 April 2022

Witwenehrung 2022

Seit 1985 werden im festlichen Rahmen des Landesbäuerinnentages Witwen für besondere Leistungen für Hof und Familie mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse geehrt.

Dieser geschätzte Preis ist Ausdruck der Anerkennung für den Mut und die Kraft einer Bäuerin, die trotz des unerwarteten und tragischen Verlustes ihres Mannes, mit viel Energie und Eigeninitiative in vorbildlicher Weise die Familie betreut und den Hof weitergeführt hat. Der Preis zeichnet die jahrelangen und oft harten Bemühungen den Hof und die Familie zu sichern aus. Heuer wird für die Stiftung Südtiroler Sparkasse Sr. Mirjam Volgger die Ehrung der fünf Witwen vornehmen. Die Anerkennung besteht aus einer Urkunde und einem Geldbetrag. Hierfür wird der Stiftung Südtiroler Sparkasse ein ganz besonderer Dank ausgesprochen.

Reinhilde Wieser Wwe. Leitner Weissteinerhof, Pfunders

Reinhilde lebt mit ihren vier Kindern auf rund 1.100m Meereshöhe in Pfunders. Aufgewachsen ist die 49jährige Bäuerin im Ahrntal auf einem Hof. Sie lernte von klein an, wie man einen Betrieb bewirtschaftet. Später ging sie nach Pfalzen und arbeitete im Gastgewerbe. Dort lernte Reinhilde mit 19 Jahren ihren Karl kennen und schon bald, im Jahr 1997 heirateten sie. Reinhilde zog zu Karl auf den Weissteinerhof. Einen Bauer zu heiraten, hieß auch im Stall mitzuhelfen, eine Arbeit, die sie nie ungern tat. Zwei Jahre später kam auch schon Anna Katarina zur Welt. Die Familie wuchs von Jahr zu Jahr, Alexandra und Phillip und 2009 schließlich noch die Nachzüglerin Barbara. Das Leben der Familie verlief nicht ohne Herausforderungen, es galt Schulden abzubezahlen, Kinder und Hof unter einen Hut zu bringen. Karl war immer fleißig und hatte eine geschickte Hand, neben der Arbeit auf dem Hof, arbeitete er als Maurer. Für den Weissteinerhof hatte Karl große Pläne, aber leider kam es zu einem schweren Schicksalsschlag. Im Mai 2010 erlag Karl einem tödlichen Unfall auf seiner Alm, die jüngste Tochter war erst 13 Monate alt. Von da an musste Reinhilde kämpfen, für ihre Kinder und für den Erhalt des Hofes. Wenn sie heute davon erzählt, gibt sie zu: „An das erste Jahr kann ich mich kaum erinnern, ich habe einfach nur funktioniert, existiert, aber nicht gelebt.“ Wenn die Kinder nicht gewesen wären, wäre sie heute sicher nicht mehr da, für sie musste sie stark sein. Um die Barbara kümmerte sich in dieser schweren Zeit ihre Schwiegermutter. Auch ihre Schwester und ihre Schwäger waren eine große Hilfe, besonders ihr Schwager Pater Severin, er war ihr in dieser Zeit eine große moralische und seelische Unterstützung. Wann immer ihr alles zu viel wurde, kam eines ihrer Kinder zu ihr oder ein Anruf von Pater Severin: „Als würde jemand von oben auf mich herabschauen und mir immer die richtigen Leute schicken, genau in dem Moment, damit ich es ertrage.“ Aber im Jahr 2015 kam der nächste Schicksalsschlag für Reinhilde, Pater Severin verstarb bei einem Bergunfall. Für Reinhilde ein weiterer großer Verlust. Trotzdem musste Reinhilde weitermachen, die Arbeit am Hof ging weiter. Heute stehen im Stall 17 Kühe und Kälber, insgesamt 30 Stück. Die Arbeit mit den Tieren macht Reinhilde gern, schwer fällt ihr die Arbeit mit den Maschinen. Dabei hilft ihr Schwager Markus und mittlerweile auch ihr Sohn Phillip. Reinhilde hofft, dass er den Hof irgendwann übernimmt, damit die Verantwortung nicht mehr nur auf ihr allein lastet. Mit Karl fehlt nicht nur eine Arbeitskraft, sondern Reinhilds Partner, die starke Hand in der Erziehung. All die Entscheidungen alleine zu treffen war nicht immer leicht. Doch Reinhilde ist stolz auf ihre Kinder, die älteste arbeitet im Gastgewerbe, Alexandra studiert in Innsbruck, Phillip macht die Landwirtschaftsschule und Barbara geht in der Mittelschule. So schwer die Zeiten nach dem Tod ihres Mannes auch waren, so wusste Reinhilde, dass der Hof nicht nur ihre Einkommensquelle war, sondern ein Zuhause für sie und ihre Kinder.

Ein Zuhause, das es zu erhalten gilt. „Meine Kinder sein mein Holt, i muaß für sie do sein und do isch inser dorhoam. Man mocht weiter, weil‘s koane ondere Option gib.“ 

Elsa Amhof Wwe. Lechner Tschachnerhof, Obervintl

Wenn Elsa in ihrer Wohnung in Obervintl von ihrem Leben erzählt, gibt sie zu: Sie hatte es nicht leicht. 1939 ist sie als dritte von sieben Kindern auf einem Hof in Taisten geboren. Als sie sechs Jahre alt war ist ihre Mutter nach der Geburt des siebten Kindes an Tuberkulose gestorben. Noch im selben Jahr verstarben zwei ihrer Geschwister und zwei weitere musste der Vater weggeben, er konnte sich nicht alleine um alle kümmern. Die Großfamilie schrumpfte damit auf vier Köpfe, der Vater, Elsa und ihre Brüder. Ihr Vater musste nebenher arbeiten, um die Familie erhalten zu können, so musste auch Elsa mit anpacken. Ihr Vater heiratete nochmal, doch mit der Stiefmutter wurde das Leben nicht einfacher. Mit 21 Jahren verließ Elsa den Hof und arbeitete zeitweise im Karolinerheim und im Gasthof Weisskirche in Obervintl. Ihre Jugend beschreibt Elsa als schönste Zeit ihres Lebens, sie durfte im Karolinerheim für ihre Arbeit auch an den Näh- und Kochkursen teilnehmen und entdeckte damit Leidenschaften, die sie heute noch pflegt. In Obervintl lernte sie dann Alois kennen, heiratete 1964 und zog zu ihm auf den Hof. 1966 kam schon der erste Junge zur Welt, einer von dreien, die nacheinander 1967 und 1968 folgten. Anschließend kamen noch drei Mädchen. Doch die Familie hatte es schwer, mit nur ein paar Kühen reichte es nicht für den Lebensunterhalt und Alois musste außerhalb zuarbeiten. Elsa kümmerte sich um die Kinder und den Hof, Hilfe bekam sie von ihrem Schwiegervater. Zu dieser Zeit führte noch nicht einmal eine Straße auf den Hof, die Kinder hatten einen Schulweg von 45 Minuten, Tag für Tag. 1976 erkrankt Alois, schließlich die Diagnose: Blasenkrebs. Es folgte ein Leidensweg. Schon vor der Diagnose starteten sie mit dem Hausumbau. 1979 wurde endlich eine Zufahrtsstraße erbaut und 1981 war das Haus bezugsbereit. Alois konnte noch in das Haus einziehen, verstarb aber im Jahr darauf. Solang er konnte, half er bei den Arbeiten am Hof. „Da wusste ich, warum ich zuerst drei Jungen bekommen hatte“, sagt Elsa heute. Sie konnten mit 17, 16 und 15 Jahren am Hof nämlich viel Arbeit abnehmen. Doch die Familie hatte noch Schulden und durch den Tod des Vaters fehlte ein ganzes Einkommen. Eineinhalb Jahre nach dem Schicksalsschlag kam die nächste Hürde, eine Bürgschaft war anders als gedacht noch nicht aufgelöst. Es folgten für Elsa fünf Jahre Kampf um den Hof, ihre Zukunft und ihre Heimat. Sie nahm sich einen Rechtsanwalt und wehrte sich. Der Stress hatte gesundheitliche Folgen, führte zu Magengeschwüren. Trotz aller Schwierigkeiten, die sie in ihrem Leben hatte, blieb Elsa eine lebensfrohe Frau, aktiv in der Gemeinde, bei den Bäuerinnen, in der Kirche. Rückhalt fand sie oft auf dem Friedhof, bei ihren Kindern und mittlerweile ihren Enkelen. Elsa heiratete nochmal, zog ins Dorf und übergab den Hof ihrem zweiten Sohn, dem Andreas mit seiner Familie.

Heute verbringt sie ihre Zeit mit ihren 15 Enkeln, ihrem Urenkel und ist froh und dankbar für ihr Leben: „I bin froah, dass i no bin, wia i bin, dass i no olm orbeitn konn und i bin unglaublich donkbar für die groaße Familie, de i olm no hon.“

Maria Schrott Wwe. Pernthaler Zinnerhof, Villnöss

Im Gespräch mit Maria wird klar: Sie ist eine selbstbewusste Frau. Aufgewachsen ist sie in Lajen-Ried. Die Kindheit damals war spärlich. Zu essen gab es nur, was der Hof hergegeben hat. Mit 19 Jahren ging Maria nach Bozen und arbeitete für eine italienische Familie. Sie war gerne dort, so kam sie raus und lernte Italienisch. Im Sommer ging sie immer nach Hause, um ihrem Vater zu helfen. Eines Tages lernte sie auf dem Lajener Markt den Anselm kennen und schließlich wurde geheiratet. „Dor Votor wor net glücklich, der Amseln hot obor a Frau zum Wirtschaften auf dem Hof gebraucht,“ erzählt Maria schmunzelnd. So zog die 28jährige Maria auf den Zinnerhof und schon bald kamen drei Mädchen zur Welt, alle nacheinander. Am Hof lebte noch der Schwiegervater. Er war streng, aber eine große Hilfe. Anselm wäre gerne Förster geworden, doch er musste den Hof übernehmen. Sie hatten damals nur fünf Kühe und ein Ross. Der Zinnerhof liegt abgelegen und so war für Maria klar: Sie braucht den Führerschein. Im Alter von 42 Jahren verwirklichte sie ihr Projekt - mitten im Sommer: „Anselm hot in Jagdschein gmacht, der war a teuer, nor konn i woll a in Führerschein machen“, so Maria. Dann folgten mehrere Schicksalsschläge, sodass Maria das „schwarze Gewand gar nicht mehr sehen konnte.“ Ihre Eltern starben, danach der Schwiegervater und ihre Schwester. 1986 kam dann auch ihr Mann Anselm durch einen Unfall ums Leben. Da stand Maria mit ihren Kindern alleine da, diese waren 12, 14 und 16 Jahre alt. Zum Glück halfen ihr viele Leute, sie hat immer alle verlässlich bezahlt, sie wollte niemanden etwas schuldig bleiben. Maria hat nie daran gedacht den Hof aufzugeben, trotz der harten Arbeit. Das Haus war alt, die Kühe mussten zum Trog zum Tränken gebracht werden, keine Waschmaschine. Die Bäuerin ließ sich nicht unterkriegen und nach und nach wurde investiert und renoviert. Der Erhalt der Hofkapelle und der Fresken im Eingang zeugen von ihrer tiefen Verbundenheit mit der bäuerlichen Kultur. Finanziell hat sie es gut geschafft, sie hat sich gewehrt, damit sie auch alles bekommt, was ihr zusteht. Ihr Führerschein war ihr da eine große Hilfe. Sie fuhr mit ihrem 500er überall hin, auch nach Bozen zum Durnwalder. Die Mädchen gingen nach der Mittelschule arbeiten. Die jüngste Tochter Waltraud war bei den Arbeiten am Hof stets eine große Stütze und zum Glück hatte ihr Partner auch Freude an der Landwirtschaft und übernahm langsam die maschinellen Arbeiten. Für die Familie folgte 2002 ein schwerer Schicksalsschlag: Lea, die kleine Tochter von Waltraud, verstarb. Wiederum musste die Familie trauern. Waltraud übernahm schließlich 2007 den Hof. Sie und ihr Mann arbeiten zusätzlich auswärts, führen aber den 23 ha großen Hof weiter. Mittlerweile haben sie 10 Kühe und 4 Kälber im Stall. Maria hat lange am Hof tatkräftig mitgeholfen, jetzt hilft sie immer noch bei der Wäsche, beim Kochen und im Garten. Die Blumen sind ihre große Freude. Große Freude hat sie auch mit ihren acht Enkelkindern. Sie ist ein geselliger Mensch, gerne war sie bei den Ausflügen der Bäuerinnen dabei, jetzt bei den Senioren.

"Es wor zwor oft hort, ober i hon olm vorausgedenkt. Und der Glaube hat mir Halt geben.“

Maria Anna Oberhauser Wwe. Weidacher Huberhof, Innerprags

Inmitten der schönen Dolomiten liegt das Pragsertal. Dort auf 1.370m steht der Huberhof. Im Alter von 32 Jahre kam Maria Anna durch die Heirat mit Paul hierher. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof in Antholz, zusammen mit fünf Geschwistern. Nach der Schule arbeitete Anna Maria im Gastgewerbe, passte eine Zeitlang auf die Kinder ihrer Schwester auf und war ab und zu mit ihrer Freundin unterwegs. Auf einem Zeltfest in Prags lernte sie dann ihren Paul kennen: „Af uanmol bisch vor mir gstonden!“, hat Paul immer gesagt. Drei Jahre danach heirateten die beiden und Maria Anna zog mit ihrem Sohn Armin auf den Huberhof nach Prags. Dort wohnten anfangs noch Pauls Tante und die pflegebedürftige Cousine Rosl, die Maria Anna bis heute mit viel Geduld und Liebe betreut. Ein Jahr nach der Hochzeit kam schon Silvia zur Welt und zwei Jahre später Dolores. Die Freude war groß. Sie entschieden sich 2005 das Futterhaus umzubauen, für sie eine große Arbeitserleichterung. Doch ein Jahr danach, am Palmsonntag, verunglückte Paul auf der steilen Zufahrtsstraße beim Milchliefern mit dem Dreirad. Maria Anna und Armin eilten sofort zur Hilfe und Paul wurde ins Krankenhaus geflogen. Für Maria Anna ein schlimmes Erlebnis. Im Krankenhaus folgte eine schlechte Nachricht: Die Ärzte stellen einen Kopftumor fest. Nach einer Operation und Bestrahlung erholte sich Paul wieder. Doch nach einiger Zeit fing wieder alles von vorne an und der Zustand von Paul verschlechterte sich nach und nach. Mitansehen zu müssen, wie Paul immer schwächer wird, war für Maria Anna kaum tragbar. Paul hat sich nie beschwert, er sagte immer: „Wia‘s dor Herrgott will.“ Im November 2008 verstarb er mit nur 48 Jahren. Für Maria Anna ein harter Schicksalsschlag: „Er fahlt jeden Augenblick, ober mit ihm awian reden, sel hilft.“ Armin war damals 21 Jahre alt, als Zimmermann war er aber immer unterwegs. Silvia war erst zehn und Dolores acht. Die Arbeit auf dem Hof musste nun Maria Anna erledigen. Im Stall standen gut 22 Stück Vieh. „Olle Tog um fünfe aufstiehn, für die Kinder olls herrichtn, in Stoll gien. Die Kinder sein holt friah selbstständig gwordn,“ erzählt Maria Anna. Sie halfen, wo sie konnten. Das Arbeiten in den steilen Wiesen war nicht einfach und arbeitsintensiv. Eine große Stütze war Pauls Bruder Stefan, er war auch für Armin ein gute Lehrmeister, so langsam lernte er den Umgang mit den Maschinen. Nach einiger Zeit stand fest: Armin muss zu Hause bleiben. Die ganze Arbeit war für Maria Anna zu viel. Die beiden Mädchen besuchten eine Oberschule, arbeiten heute in Toblach und kommen alle Tage heim, zur Freude von Maria Anna. Armin hat voriges Jahr den Hof übernommen. Er hat große Pläne, möchte demnächst ein Wohnhaus bauen und Urlaub auf dem Bauernhof anbieten, als zweites Standbein am Hof. Im Stall stehen heute 12 Kühe, und Jungvieh, insgesamt 23 Stück, alles Simmentaler, sagt Armin mit Stolz. Maria Anna hat viel geweint: „Er isch nimmer kemmen!“

Der Verlust schmerzt heute noch. Doch sie hat es geschafft, mit Hilfe ihrer Kinder: „I hon olm gedenkt: hoffntlich bring i‘s weiter, dorfür hon i gebetet. Olle hobm mitgholfn, dor Zusommenholt isch holt es Wichtigschte.“

Hildegard Mayr Wwe. Winkler Girlan/Eppan

Hildegard wurde 1954 als eine von drei Schwestern in St. Pauls geboren. Schon als Kind half sie am landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Familie mit. Nach der Mittelschule blieb sie zuhause, um ihren Großvater zu pflegen. Später arbeitete sie bei Niedermayr im Weinkeller, dort arbeitete auch Franz. Man kannte sich, wie es halt in einem Dorf so ist. Franz spielte Tuba bei der Musikkapelle und auch Hildegard war im Dorfleben aktiv. Die beiden verliebten sich und heirateten 1976. Ein Jahre später kam Monika auf die Welt. 1978 erkrankte Hildegards Schwester an Magen- und Speicheldrüsenkrebs. Sie pflegte ihre Schwester und blieb ihr eine große Stütze, bis sie im selben Jahr noch verstarb. Für Hildegard ein schmerzlicher Verlust. Das Jahr darauf vergrößerte der kleine Oskar die kleine Familie und als sie 1984 in das neue Haus zogen, konnten die Familie ihre Zeit genießen. Keine 10 Jahre später bekam Franz dann die Diagnose: Darmkrebs. Nach der Operation schien sich alles wieder zum Besseren zu wenden, Franz konnte wieder arbeiten. Doch die Krankheit meldete sich zurück. Von da an begann nicht nur ein Kampf um sein Leben, sondern auch um seine Lebensqualität. Es brauchte viel Energie, um bei den ganzen Ämtern das Notwendigste zu erhalten: Krankenhausbett, Rollstuhl, Pflegegeld. Den ganzen Sommer verbrachten Hildegard und ihre Tochter damit, Franz zu pflegen. „Er hat immer geglaubt, es wird wieder“, erzählt Hildegard. Franz wollte beim Wimmen mithelfen, wollte seiner Frau zum Namenstag Blumen kaufen, doch im September 1994 verstarb er schließlich im Alter von 47 Jahren, Hildegard war gerade mal 40 Jahre alt. Die Zeit war hart, die Kinder hatten selbst mit der Trauer zu kämpfen. Ein befreundetes Ehepaar und ihr Schwager standen Hildegard in dieser Zeit bei. Wenn sie Rat bauchte, ging sie zum Friedhof, und holte sich dort Kraft. Ein halbes Jahr später, im Januar 1995, kam der nächste Schicksalsschlag. Hildegard ging es schlecht, bekam Ohrenschmerzen, Fieber. Sie musste aufgrund eines Cholesteatomes operiert werden. Es kam eine Hirnhautentzündung dazu und sie wurde für drei Monate ins künstliche Koma versetzt. In dieser Zeit schaute ihre Mutter auf die Kinder. Am 19. März wachte sie schließlich wieder auf, zum Glück ohne bleibende Schäden, außer Erinnerungslücken aus dieser Zeit. Kaum zurück auf dem Hof, packte sie wieder mit an, denn den Hof zu verpachten, war für sie nie eine Option, genauso wenig für ihre Kinder. Diese sind durch die ganzen Schicksalsschläge reif geworden, mussten früh Verantwortung übernehmen, haben selbst Familie und Sohn Oskar wird im Laufe des Jahres den Hof übernehmen. Gemeinsam bewirtschaften sie den fast 2 ha großen Obst- und Weinbetrieb im Nebenerwerb. Die schwersten Zeiten für Hildegard waren die Hochzeiten ihrer Kinder und die Taufen der Enkelkinder, Zeiten, die sie nicht gemeinsam mit ihrem Mann erleben durfte.

Doch bei all den Schicksalsschlägen hat Hildegard nie aufgegeben, nie den Lebenswillen verloren: „Es isch olls gongen, das Einzige wos i jetzt will, isch gsund bleibm, und do mein Paradies genießen. Mehr brauch i net!“ 

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