Sebastiani – 20. Jänner

Brauchtumskalender der Bäuerinnen Nr. 13/53 vom 18. Januar 2021

Zu Sebastiani steigt der Saft in den Bäumen hinani – so lautet ein Sprichwort. Und zu Sebastiani soll der letzte Weihnachtszelten gegessen werden. Im Volksmund heißt es: „Sebastian schneidet den letzten Zelten an.“

Der Hl. Sebastian ist der Schutzpatron der Schützen, aber auch der Schutzheilige gegen Krankheiten, insbesondere der Pest und Seuchen. Seit dem 19. und 20. Jahrhundert wurde er auch zum Schutzheiligen der Sportler und der Aidskranken.

Der Legende nach war der Heilige Sebastian ein römischer Offizier, der sich weigerte, seinen christlichen Glauben zu widerrufen und daher als Märtyrer starb. Er wurde mit vielen Pfeilen beschossen und als man Sebastian begraben wollte, bemerkte man, dass er überlebte. Daraufhin wurde er durch Keulenschläge getötet.

Im Volksglauben wurden Seuchen als totbringende Pfeile angesehen, uns so wurde der Hl. Sebastian zum Schutzheiligen gegen Krankheiten und besonders gegen die Pest. So gehen die Feierlichkeiten am Fest des heiligen Sebastian auf die Pestzeit von 1635 zurück.

Ihm sind in Südtirol sieben Kirchen und 20 Kapellen geweiht.

An Sebastiani werden auch bei uns noch Bittgänge/Prozessionen abgehalten, und um Verschonung von Krankheiten erbeten. Auch Schützenfeste, sowie das traditionelle Sebastianischießen werden von den Schützenvereinen veranstaltet.

Text©„Lebendige Bräuche in Südtirol“, Jutta Tappeiner & Hans Grießmair, Athesia Verlag
Bild©SBO

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