Dienstag, 20 Juli 2021

Witwenehrung 2021

Seit 1985 werden im festlichen Rahmen des Landesbäuerinnentages Witwen für besondere Leistungen für Hof und Familie mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse geehrt.

Dieser geschätzte Preis ist Ausdruck der Anerkennung für den Mut und die Kraft einer Bäuerin, die trotz des unerwarteten und tragischen Verlustes ihres Mannes, mit viel Energie und Eigeninitiative in vorbildlicher Weise die Familie betreut und den Hof weitergeführt hat. Heuer wird für die Stiftung Südtiroler Sparkasse Sr. Mirjam Volgger die Ehrung der sechs Witwen vornehmen.

Rosa Gross Wwe. Hermeter, Moarhof, Wangen / Ritten

Rosa wurde als jüngste von sieben Geschwistern in Wangen geboren. Ihren Josef lernte sie auf dem Wangener Kirchtig kennen, den sie später heiratete. Der Vater von Josef kaufte den „Moarhof“ , einen kleinen Hof mitten im Dorf, den Josef nach der Hochzeit mit Rosa gemeinsam bewirtschaftete. Rosa ging für ein paar Sommer nebenher zur Arbeit. Schließlich mussten fünf Kinder ernährt werden: Christine, Karin, Johanna, Birgit und Florian. Die finanziellen Sorgen drückten sehr und Josef litt zudem unter Herzproblemen. Ein Herzinfarkt riss den Familienvater 1988 ganz plötzlich aus dem Leben. Der Schock und die Trauer saßen tief. Sie war nur 14 Jahre verheiratet, die vier Kinder alle hintereinander, die finanziellen Sorgen, das baufällige Bauernhaus. Die große Tochter Christine war für Rosa eine ganz wichtige Stütze und große Hilfe. Auch ihre Familie half ihr stets, besonders ihre Schwester, die Kinder unterstützen sie finanziell. Die Familie hält zusammen und so haben sie es geschafft, dass das Leben und Wirtschaften am Moarhof trotz Schicksalsschläge weitergeht.

Rosas größter Wunsch: „Gsundheit wünsch i mier, für mier und meine Kinder, meahr braucht man net.“

Marta Grünfelder Wwe. Kier, Grünfelderhof, Lüsen

Marta wurde in Lüsen als älteste von acht Kindern geboren. Nach der Schule ging sie nach Gröden und arbeitete dort in einem Haushalt, später dann in einem Gasthaus in Lüsen. Dort lernte sie schließlich Leopold kennen. Im Alter von 23 Jahren zu ihm auf den Grünfelderhof. Dort lebten sie mit Leopolds Eltern und drei Geschwistern, sie teilten sich alle zusammen ein Haus. Ihr Glück krönten ihre gemeinsamen Kinder Ewald, Florian, Oliver und Inge. Doch leider hatte Leopold mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Im Jahr 1992, es lag noch Schnee, fand ihn Marta vor dem Haus auf den Boden liegend. Leopold erlag einem Schlaganfall mit nur 48 Jahren. Nach seinem Tod musste Marta sehr stark sein. Trotz harter Arbeit auf dem Hof, der Sorgen und die vier minderjährigen Kinder führte die Grünfelderbäuerin den Hof vorbildlich weiter. Sie hat stets vorausgeschaut, fand Ablenkung im Garten, beim Lesen, beim Basteln und Handarbeiten. Marta kann wieder lachen, vermisst ihren Pold aber nach wie vor sehr. Ihre Kinder und ihre neun Enkelkinder geben ihr immer wieder neue Kraft.

Die Familie unterstützt sich gegenseitig in jeder Hinsicht und eins ist sie sich sicher: „Irgendwenn und irgendwo segmor ins wieder!“

Theresia Rabanser Wwe. Schmalzl, Unterzerun, Lajen

Theresia Rabanser kommt aus Lajen wo sie ihren Alois kennenlernte. Die beiden arbeiteten Über ihr Kennenlernen sagt Theresia: „Es hot sofort gfunkt und guet isch gweisn!“ Sie heirateten schließlich im Jahr 1963. Bald erblickte auch schon Sohn Burkhart das Licht der Welt. Drei Jahre später kam Anton auf die Welt, gefolgt von Tobias und Renate. 1980 passierte das Unglück beim Räumen der Wiesen im Frühjahr: Alois klagte über ein Stechen in der Brust. Thresl verlor ihren geliebten Mann durch einen plötzlichen Herzinfarkt. Nun stand Theresa allein da mit ihren Kindern, der Arbeit und den Schulden. Thresl beschloss die Arbeit am Hof selbst zu erledigen. Die Verwandten und ihre Kinder halfen, wo sie nur konnten. Sie waren es, die ihr Kraft gaben und Hoffnung schenkten. 2004 übernahm Sohn Anton den Hof. Thresl hilft, wo sie kann, steht jeden Tag mit Anton um vier Uhr in der Früh auf und hilft bei der Stallarbeit.

Trotz des frühen Endes ist sie dankbar für ihre gemeinsame Zeit: „Wenn er nomol kemmen tat, tat i nen ollm wieder nehmen.“

Herta Pixner Wwe. Pircher, Hochforch, Naturns

Hoch über Naturns auf 1.550 m Meereshöhe steht der Hochforchhof, direkt beim Meraner Höhenweg. Aus Liebe kam Herta hierher. Bei einer Arbeitskollegin traf die 17jährige Herta auf Albert, dem Bruder ihrer Kollegin. Die beiden verliebten sich. Zwei Jahre später wurden sie das erste Mal Eltern und 1981, nach der Eröffnung der von ihnen gebauten Bahn, heirateten sie und übernahmen den Heimathof. Albert und Herta bekamen nach Norbert noch drei Kinder: Thomas, Tanja und den Nachzügler Stefan, der erst 1996 auf die Welt kam. 2005 erkrankte Albert an Krebs. Es folgten Operationen in Innsbruck, durch eine Thrombose konnte Albert nicht mehr gehen. Er war ein Kämpfer, doch schließlich verstarb er im Alter von 51 Jahren im Krankenhaus. Ihre Familie hat sie in dieser schweren Zeit sehr unterstützt, die viele Arbeit am Hof lenkte vom Schmerz und der Trauer ab. Ihr Sohn Thomas hat vor kurzem den Hof übernommen.

Die Kinder haben Herta immer wieder die Kraft gegeben, sie nimmt ihr Schicksal an, wie es ist - für ihre Kinder: „Die Kinder hobm mi ollm wieder ins Leben zurück gholt, sie hobm mir immer wieder Kroft gschenkt!“

Maria Christina Ploner Wwe. Tschurtschenthaler, Prünster, Sexten

Seit 33 Jahren lebt Maria beim Prünster in Sexten und kann sich inzwischen gar nichts anderes vorstellen. Aufgewachsen ist sie in Taisten und arbeitete später im Gastgewerbe, unter anderem auch in einem Gastbetrieb in Sexten, wo sie im Dorf den Prünster Luis kennen lernte. Sie zog zu ihm auf den Hof und auch wenn es schwere Zeiten gab waren es vor allem die Kinder, die ihr viel Freude schenkten: Markus, Verena und Andreas. An einem Tag im Dezember 1999 fühlte sich Luis nicht gut und am Tag darauf verstarb er: Herzstillstand. Andreas war damals erst neun Jahre alt, Verena zehn. Zum Glück halfen Peppi, Marias Schwager, sowie ihre Geschwister ganz viel. Marias Ziel war es, dass sie es schafft für ihre Kinder ihre Heimat zu erhalten. Andreas hat vor einigen Jahren den Hof übernommen und lebt dort mit seiner Frau Sandra und den beiden Kindern. Maria hat es geschafft: Das Leben beim Prünster geht weiter – durch viel Fleiß, Zusammenhalt und Glaube.

„Es hot sich ausgezohlt, i hoff, dass mor olls dorpockn, dass olls guet weitergeaht und dass die Jungen weitermochn, des isch mei Wunsch!“

Monika Klara Telser Wwe. Tröger, Oberfrinig, Tanas / Laas

Mit 17 Jahren lernte Monika ihren drei Jahre älteren Johann kennen und heiratete auf den Oberfrinighof nach Tanas oberhalb von Laas. Anfangs lebten Monika und Johann mit den Schwiegereltern und einem Onkel im alten Bauernhaus. Das war nicht einfach. Im Jahr 2000 zog die Familie endlich ins neu erbaute Wohnhaus. Tochter Katja war damals drei Jahre alt. Der Weg bis zur Geburt von Katja war kein leichter, davor hatte Monika mehrere Fehlgeburten. Während der Schwangerschaft lag Monika acht Monate im Krankenhaus, doch zum Glück ging alles gut. 2004 kam Fabian zur Welt. Für Monika war die Geburt ihrer Kinder einfach nur ein Segen. Doch dann erhielt Johann die Diagnose: Krebs. Es folgten drei Jahre Chemotherapien und Bestrahlungen. Johann erholte sich doch 2010 verunglückte er tödlich mit dem Traktor im steilen Gelände bei der Heuernte. Katja war damals 13 Jahre alt und Fabian sechs. Zwei Monate nach Johanns Tod verstarb auch Monikas Vater. Die tatkräftige Unterstützung durch ihren Bruder Helmut erleichterte ihr die Arbeit am Hof. Monika suchte nach dem Unfalltod ihres Mannes nach einer Alternative und beschloss in die Eierproduktion einzusteigen um für sich und die Kinder die Existenz auf dem Bergbauernhof zu sichern.

Monika wollte ihren Kindern nicht die Heimat nehmen und auch selbst sagt sie aus voller Überzeugung: „Des isch mein Platzl, do kear i hear!“

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