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Dienstag, 21 April 2020

Der Löwenzahn: bitterwürzig und wild

Der Löwenzahn – wer kennt ihn nicht. Die beliebte Pusteblume ist ein wertvoller Vitamin C-Lieferante und reich an Kalium und Eisen. Der gelbgrüne Frühlingsbote, bekannt auch als Zigori - verdankt seinen Bitterstoffen die gesundheitsfördernde Wirkung. Elisabeth Mittelberger, Bäuerinnen-Referentin für Koch- und Backkurse, kennt sich mit diesem Wildgemüse aus. In ihrer Vollwert- und Kräuterküche findet der Löwenzahn immer wieder seinen Platz. Sie erzählt gerne, was alles mit dem zartwürzigen Frühlingskraut auf den Tisch gezaubert werden kann. 

Elisabeth Mittelberger ist eine junge Bäuerin. Sie lebt mit ihrem Mann Franz und ihren Eltern auf dem Eichernhof in Vöran. Eigentlich ist sie gelernte Köchin. Doch nur in der Küche stehen wollte sie nicht, sie vermisste die Natur und ihre Freiheit. Deshalb entschied sie sich eine landwirtschaftliche Ausbildung zu machen und ihren elterlichen Hof zu übernehmen. Damals war sie 21 Jahre alt. Die Entscheidung bereut sie nicht. Nun ist die 24-jährige Bäuerin auch schon verheiratet. Sie hat in der Zwischenzeit mehrere Standbeine am Hof aufgebaut, um unabhängiger zu sein. Neben der Obstwirtschaft bietet die Familie Urlaub auf dem Bauernhof an, am Hof halten sie auch Tiere und bewirtschaften einen großen Garten und einen Acker. Zusätzlich hat sich die Ausbildung zur Bäuerinnen- Dienstleisterin absolviert. Seit einiger Zeit widmet sie sich der Vollwert- und Vitalküche. Auch ihre Mutter Erika ist mit voller Begeisterung dabei. So bauen sie inzwischen viel selbst an, verarbeiten ihre Produkte, ernten auch selbst das Saatgut. Den Roggen für ihr Brot beziehen sie vom Nachbarn. Ihren Gästen bietet sie ein Vitalfrühstück und ein vollwertiges Abendessen. Besonders im Frühling zur Zigorizeit gibt es einen Gruß aus der Küche, das ist dann ein Löwenzahnsalat oder ein Smoothie mit Löwenzahn und anderen Wildkräutern. 

Wann wird der Löwenzahn eigentlich geerntet?

Der Löwenzahn – oder der Zigori, wie wir eigentlich sagen - kann sobald er sprießt geerntet werden. Ich persönlich schneide ihn das ganze Jahr in meinen bunten Salat, da er unseren Organismus belebt und kräftig.

Und wie wird er geerntet?

Mit einem Messer schneide ich ihn bei der Wurzel ab, sodass die Blätter alle noch gebündelt wie ein Sträußchen sind. Dann befreie ich ihn unter fließendem Wasser von der Erde und schneide auch noch das Stück Wurzel mit unter den Salat. Die Zigoripflänzchen, die sich in meinem Garten verirren, ernte ich das ganze Jahr über. Da sie immer wieder neu nachwachsen, habe ich immer frischen Zigori in meinem Garten.

Was ist Ihnen wichtig als Referentin für Koch- und Bachkurse weiterzugeben?

Ich bin gerne als Bäuerinnen- Dienstleisterin unterwegs und geben Koch- und Backkurse, weil mir die Verarbeitung von hochwertigen Lebensmitteln, die wir selber im Garten anpflanzen bzw. die hier wachsen, viel Freude bereitet.

Und da steht vor allem die Vollwertküche im Vordergrund?

Ja genau. Vollwertküche ist mein Motto: Ich zeige wie ein Vitalfrühstück hergestellt werden kann, für einen fitten und schwungvollen Start in den neuen Tag. Dazu gehören selbstgemachtes Müsli, Joghurt, Frischkäse und gesunde Smoothies. Doch ich zeige auch wie Kräuter in der Küche gezielt angewendet werden können und dadurch Salate oder Vor- und Hauptspeisen einen besonderen Geschmack erhalten.

Worauf legen Sie besonders Wert?

Ich lege großen Wert der Jahreszeit entsprechend zu kochen und ungekünstelte Speisen zuzubereiten, mit heimischen, frischen und natürlichen Zutaten. Für mich ist wichtig, dass die Speisen, die ich zubereite, ungekünstelt sind, d.h. so natürlich wie möglich. Deshalb ist für mich auch der Löwenzahn ein besonders wertvolles Wildgemüse. Ich kann es fast das ganze Jahr über ernten, ich kann die Gerichte variieren, entweder typisch traditionelle Gerichte, aber auch neue Speisen kreieren. Es ist so ein dankbares Gemüse, ich kann alles verwenden: das Blatt, die Wurzel, die Blüte. Was will man mehr?

Wissenswertes und Verwendung

Der Löwenzahn wird gern in der bäuerlichen Küche verwendet. Die Bäuerinnen schätzen seine Bitterstoffe, welche dem Löwenzahngericht eine besondere Note verleiht. Sie wissen über die wohltuende Wirkung auf Leber und Niere Bescheid. Er entfernt ermüdende wirkende Giftstoffe aus dem Körper, er belebt und kräftigt, entgiftet und „verjüngt“ das Immunsystem. Er hat eine blutreinigende Wirkung und ist appetitanregend. Beliebt sind besonders der traditionelle Zigorisalat mit Kartoffel, Eier und Speck. Aber auch für andere Gerichte wird der Zigori verwendet wie Löwenzahnpesto, Löwenzahnsirup oder Suppe. Im Frühjahr kann man auch eine Frühjahrskur mit dem Löwenzahntee machen.

Löwenzahntee

1-2 TL Blätter mit Wurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser kurz aufkochen, nach 10 Min. Abgießen. Für eine Kur 3 Wochen 3 Tassen pro Tag trinken.

Wissenswertes

  • Die Blütenknospen können wie Capern eingelegt werden und zu einer kalten Platte serviert werden. Sie erinnern ein bisschen nach Spargel und Rosenkohl.
  • Mit den gelben Löwenzahnblüten kann man den Salat wunderschön dekorieren.
  • Gräbt man im Herbst die Wurzeln aus, ist es auch ein köstliches Gemüse

Herbstzeit - Wurzelzeit

Im Herbst werden die Wurzel ausgegraben, da sich die Pflanze in den Boden zurückzieht und so die ganzen Inhaltsstoffe sich in der Wurzel befinden. Sie werden gewaschen, zerkleinert, getrocknet und gemahlen. Dieses Pulver kann mit Steinsalz vermischt werden oder über Salate im Winter gestreut werden. Es stärkt so im Winter das Immunsystem. Die in Stücke geschnittene Wurzel kann auch wie Kaugummi gekaut werden.

 

Foto: Pixelio

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