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Donnerstag, 11 Oktober 2018

Bäuerinnen sind Unternehmerinnen

Welttag der Landfrauen am 15. Oktober: Bäuerinnen in ihren unternehmerischen Fähigkeiten stärken

10.246 Frauenunternehmen waren dieses Jahr Ende März bei der Handelskammer Bozen gemeldet. Das bedeutet, dass in Südtirol 18 Prozent der Unternehmen in weiblicher Hand sind. Am stärksten vertreten sind die weiblichen Unternehmen in der Landwirtschaft mit 27,6 Prozent. Dass Frauen Betriebe übernehmen, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr, ist Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer überzeugt: „Junge Frauen leiten den landwirtschaftlichen Betrieb mindestens genauso kompetent wie ihre männlichen Kollegen. Frauen setzen auch auf ihre Talente und haben oft ein feines Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen.“

Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation fördert die Bäuerinnen in ihren unternehmerischen Tätigkeiten seit über 30 Jahren, vor allem mit Aus– und Weiterbildungen. Eine Initiative, die besonders Frauen unterstützt, die vor einer Hofübernahme stehen, ist die Bäuerinnenschule: Inhalte von Betriebs – und Rechtswirtschaft, Produktverarbeitung, Maschinentechnik oder Haushaltsführung werden zukünftige Hofübernehmerinnen und Frauen am Hof vermittelt.

Auch im unternehmerischen Bereich setzt Erschbamer auf Investition in Wissen, Können und Talent. Unter der Marke „Südtiroler Bäuerinnen. Aus unserer Hand“ arbeiten mittlerweile über 100 ausgebildete Bäuerinnen beispielsweise als Referentinnen für Koch- und Backkurse. Das Können und Wissen der Bäuerinnen und ihre echte und ehrliche Art begeistert die Teilnehmenden. In Zukunft wird die Bäuerinnenorganisation den Schwerpunkt auf neue Dienstleistungen in der Sozialen Landwirtschaft legen.

Wichtig ist die Unterstützung der Bäuerinnen bei der Umsetzung. Deshalb lautet eine Forderung der Bäuerinnenorgaisation an die Politik ist, Ideen und Initiativen nicht mit unnötiger Bürokratie zu ersticken. „Wenn für neue Initiativen am Land mehr Zeit für Behördengänge und ‚Zettelausfüllen‘ verbracht werden muss, bleibt für die unternehmerische Tätigkeit kaum Zeit. So viel Zettel wie nötig und so wenig wie möglich“, appelliert Landesbäuerin Erschbamer an die neugewählten Politikerinnen und Politiker am Welttag der Landfrauen.

Die Idee, Frauen auf dem Land mit einem besonderen Tag zu ehren, wurde 1995 auf der Weltfrauenkonferenz in Peking geboren. Es wurde bewusst der 15. Oktober als Welttag der Landfrauen ausgewählt und zwar ein Tag vor dem Welternährungstag, um die Rolle der ländlichen Frauen bei der Nahrungsmittelproduktion und Ernährungssicherheit hervorzuheben. 2007 wurde der Welttag der Landfrauen offiziell von der UNO anerkannt.

Bild 1: Unternehmerin unter der Marke „Südtiroler Bäuerinnen. Aus unserer Hand“: Monika Carli Battisti, Referentin für Handarbeits- und Dekorationskurse

Bild 2: Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer

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