Montag, 01 August 2022

Bäuerin-Sein: Herausforderung

Marika Rainer Hofer ist verantwortungsbewusst, vielfältig unterwegs, flexibel und selbstständig – das liebt sie am Bäuerinnen-Sein.

Abseits vom Trubel im naturbelassenen St. Jakob im Pfitschtal bei Sterzing auf 1450 Meter liegt der denkmalgeschützte Unterbergerhof, einem Milchwirtschaftsbetrieb mit Beherberung von Gästen und Produktionsverarbeitung. Erbaut vor über 600 Jahren zählt er zu den ältesten Bergbauernhöfe im Wipptal. Seit vielen Generationen ist der traditionsreiche Hof nun im Besitz der Familie Hofer. Für Marika ist es ihr Heimathof, auf dem sie aufgewachsen ist und auch heute noch lebt. Gemeinsam mit ihrem Mann und den vier Kindern bewirtschaften sie den Unterbergerhof mit viel Freude und großer Leidenschaft.

Schon seit jeher werden auf dem Bauernhof hauptsächlich Tiere gehalten, das hat sich bis heute nicht geändert. Die Milch wird vor allem von Marika weiterverarbeitet – eines ihrer Lieblingsbeschäftigungen am Hof. Marika liebt es, Lebensmittel selbst herzustellen und anderen das Hofleben, die Regionalität und Eigenproduktion näher zu bringen, aber auch den respektvollen Umgang mit den Tieren. Insbesondere die Feriengäste am Hof kommen in den Genuss des Hofalltages und der hofeigenen Produkte und werden von Marika stets liebevoll umsorgt. Wenn die Produkte nicht gerade vom eigenen Hof stammen, dann holt sich Marika Verstärkung von ihren Partnerbetrieben im Ort. Neu hinzugekommen zum traditionellen Hof sind in den letzten Jahren nicht nur Ferienwohnungen mit Blick auf die umliegenden Wälder, Wiesen und Berge, sondern auch eine Himbeeranlage, aus denen Marika geschmacksvolle Himbeeraufstriche zaubert. Aber nicht nur das, auch Erdbeeren und Löwenzahn werden von Marika zu Fruchtaufstrichen und Honig verarbeitet. Dabei greift die Bäuerin gerne auf eines der alten Rezepte ihrer Großmutter zurück.

Es ist Marikas Herzenssache, mit den Gästen persönlich in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und Hofführungen für Groß und Klein anzubieten, um den Gästen die anfallenden Aufgaben und Arbeitsbereiche rund um den Bauernhof zu zeigen. Dabei können die Hofgäste im Stall selbst mit anpacken. Die offenherzige Art und Weise von Marika, die Hausmannskost und nicht zuletzt die ruhige, idyllische Lage des Familienbauernhofes inmitten der Berglandschaft wissen viele Naturliebhaber und Wanderbegeisterte sehr zu schätzen und ziehen viele Gäste Sommer wie Winter auf den Unterbergerhof, weiß die Bäuerin.

Für Marika ist das Bäuerinnen-Sein gewiss eine Herausforderung und es kann sehr streng sein. Nichtsdestotrotz gefällt ihr die abwechslungsreiche Arbeit am Hof: Verantwortung übernehmen zu können, ein Organisationstalent, belastbar und flexibel zu sein und vor allem mit ihrem Beruf anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Und wenn Marika gerade nicht auf ihrem Hof anzutreffen ist, dann arbeitet sie auswärts oder sie gönnt sich zuammen mit ihren Freundinnen mit eine kleine Auszeit, fernab vom Unterbergerhof. Für Marika ist das sehr wichtig, um sich auszutauschen, Erfahrungen und neue Ideen zu sammeln, die sie dann gelegentlich mit nach Hause nimmt und auf ihrem Hof umzusetzen weiß. Aber vor allem ist dieser Ausgleich für Marika wichtig, um mit derselben positiven Energie und Leidenschaft den Hof zu führen wie bisher. Wichtig ist der Bäuerin, weiterhin offen für Neues zu sein.

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  • Geschrieben von
    November: Silvia Zegg Weisenhorn, Ausserglieshof in Matsch

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