Dienstag, 27 Februar 2024

Bunte Pflanzenvielfalt

In Sarnthein konnten am Sonntag Samen getauscht werden. Es wurde gestöbert, nachgefragt und nach Raritäten gesucht.

Für Sabine Schrott Prenn von Arche Südtirol, die zum Saatgutfest geladen hatte, freute sich über das große Interesse: „Das Interesse an Kulturpflanzenvielfalt ist doch groß und das gibt Hoffnung. Das ist eine Genugtuung und gleichzeitig Motivation weiterzumachen.“

Über Jahrtausende mussten Bäuerinnen und Bauern das Saatgut für ihren Garten selbst erzeugen. Sie behielten einen Teil der Getreidekörner, Bohnen oder Samen für die Aussaat im nächsten Frühjahr zurück. Beim 5. Saatgutfest von Arche Südtirol und der Bäuerinnenorganisation konnten am Sonntag in Sarnthein traditionelle Sorten getauscht und erworben werden.

Für Landesbäuerin Antonia Egger bietet das Saatgutfest eine einmalige Gelegenheit das Netzwerk unter den Erhalterinnen und Erhalter zu stärken und auch den lokalen Sorten eine Bühne zu bieten: „Ihre Arbeit ist so wertvoll. Sie erhalten Kulturpflanzenvielfalt, sie sorgen, dass wir morgen noch unsere Pflanzenvielfalt haben. Das Saatgutfest gibt den Erhalterinnen und Erhalter die Bühne, die sie brauchen, um ihr Saatgut zu verbreiten und so auch für ihren Erhalt zu sorgen.!“

Ob Passeirer Feuerbohnen, Erdbirnen oder die Lichtwurzel, dem Wasabi-Blatt oder dem Roten Blattsenf: beim Saatgutfest werden auch kaum bekannte Gemüse und Getreidearten angeboten. Das Publikum schätzt das vielfältige Sortiment der 13 Aussteller. Den Besuchern geht es um den Erhalt der Artenvielfalt. Sie möchten ihr Gemüse selbst sähen und es macht ihnen Freude, neue Sorten zu probieren. Für viele spielt die Unabhängigkeit von der Industrieproduktion eine große Rolle, sie möchten nicht das Saatgut von der großen Saatgutindustrie kaufen.

Im Rohrerhaus informierten beim Saatgutfest Gastrednerinnen und -redner unter anderem über die Auswirkungen von Gentechnik: „Leider werden die sozialen, ökologischen und auch ökonomischen Auswirkungen in der Diskussion um die Neue Gentechnik ausgeblendet“, gab die Malser Agronomin und Bergbäuerin Anja Matscher zu bedenken: „Es braucht unbedingt eine Risikoforschung, und die enthält der neue Gesetzesvorschlag, er zurzeit auf EU-Ebene diskutiert wird, nicht.“ Weg von der Monokultur hin zu mehr Vielfalt: Das ist auch der Anspruch beim Getreideanbau. „Wir werden uns in Zukunft auch mit dem Wasserverbrauch in der Landwirtschaft auseinandersetzen müssen, wir müssen über Anbaumethoden reden und wir sollten.“, rät Rudolf Vögel vom Landesamt für Umwelt Brandenburg. Diskutiert wurde auch über die Ackerbohne, bekannt auch als Puffbohne, Pferdebohn oder Saubohne, und über die Herausforderungen im Bergackerbau.

Die SBO-Ortsgruppe Sarntal unter der Führung von Ortstbäuerin Rosa Stofner Mair sorgte für das leibliche Wohl. So konnten sich die Besucherinnen und Besucher sich mit einem Sarner Striezl stärken.

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