Wenn Wein auf Kochkunst trifft
Am 26. Februar fand im Gustelier – Atelier für Geschmackserfahrung ein genussvoller Nachmittag der Veranstaltungsreihe „Gartenlust trifft auf Kochkunst“ statt.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Südtiroler Bäuerinnenorganisation und Aus.unserer.Hand, den Südtiroler Gastwirtinnen im HGV sowie der SBB-Weiterbildungsgenossenschaft. Insgesamt 18 Teilnehmerinnen nahmen daran teil und tauchten einen Nachmittag lang in die Welt von Wein, regionalen Zutaten und kreativer Küche ein.
Unter dem Motto „Aroma & Rebe – vom Weinglas in den Kochtopf“ gestalteten die Köchin Ingrid Mocatti vom Gasthaus zum Hirschen und Katharina Martini, Aus.unserer.Hand-Bäuerin vom Weingut Sonnleiten am Magdalener Hügel, gemeinsam den Nachmittag. Während Mocatti ein mehrgängiges Menü zubereitete, stellte Martini ihre Weine vor und begleitete die Gerichte mit passenden Tropfen aus ihrem Sortiment.
Für Ingrid Mocatti ist die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Gastronomie von zentraler Bedeutung: „Ohne Landwirtschaft geht die Gastronomie nicht – für uns ist das das A und O.“ Gerade regionale Kreisläufe seien wichtig, betonte sie, denn sie stärken nicht nur die Qualität der Produkte, sondern auch die lokale Wirtschaft.
Kulinarisch startete der Abend mit einer Battuta vom Nonsberger Beef mit frischem und eingelegtem Radicchio Tardivo, Flohsamen, Kohlebutter und BIO-Brotchips vom Roatnockerhof. Danach folgten Gnocchi aus Nonsberger Bergkartoffeln und gemahlenen Traubenkernen, serviert mit luftigem Trentingrana-Schaum, Vernatsch-Rotweinessenz sowie BIO-Edelpilzen und Fasui von Kirnig, verfeinert mit Brennnesselsamen. Den süßen Abschluss bildete eine Chardonnay-Mascarponecreme im Weinglas mit eingelegten Weintrauben, Muscovadozucker und Hagebutten-Oxymel.
Dazu präsentierte Katharina Martini ausgewählte Weine ihres Weinguts: St. Magdalener Classic DOC, Juzer, 100 sowie Lagrein Riserva DOC. Die Teilnehmerinnen erhielten dabei Einblicke in Herkunft, Charakter und Einsatzmöglichkeiten der Weine – sowohl im Glas als auch in der Küche.
Dass hochwertige Zutaten und ihre Herkunft eine zentrale Rolle spielen, unterstrich Mocatti ebenfalls: „Wir versuchen, Geschichten durch die Teller zu erzählen – durch die Lebensmittel, die wir verwenden.“ Der Abend bot den Teilnehmerinnen nicht nur kulinarische Inspiration, sondern auch die Gelegenheit zum Austausch und zum Knüpfen neuer Kontakte zwischen Landwirtschaft und Gastronomie.
Vier Fragen an …
Katharina Martini vom Weingut Sonnleiten steht für einen jungen, mutigen Start in den Südtiroler Weinbau. Ihr Betrieb am St. Magdalener Hügel ist noch ganz am Anfang: Seit 2023 wird eingekellert, und mit einer kleinen Fläche sowie rund 4000 Flaschen Jahresproduktion setzt das Weingut bewusst auf einen überschaubaren Rahmen. Statt die geringe Größe als Hindernis zu sehen, versteht Katharina sie als Chance, mit wenig Risiko und viel Überzeugung zu beginnen. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Rebsorten, die eng mit Bozen verbunden sind: Vernatsch und Lagrein. Aus ihnen entstehen im Weingut Sonnleiten vier Weine – ein Vernatsch IGT, zwei St. Magdalener DOC und ein Lagrein Riserva.
Was bedeutet dir der Austausch mit der Gastronomie?
Die Gastronomie ist für uns ganz wichtig. Bei diesem Format gefällt mir besonders, dass ich direkt mit Gastwirtinnen in Kontakt komme. Als Produzentin ist mir dieser Austausch sehr wichtig, weil sie später meinen Wein den Gästen näherbringen. Ich kann ihnen direkt erklären, wie meine Weine gedacht sind, zu welchen Gerichten sie passen oder wie sie am besten serviert werden. So können sie diese Informationen auch authentisch weitergeben.
Warum ist es dir wichtig, dass Gäste und Gastronominnen deine Weine verstehen?
Mir ist ein Anliegen, dass mein Wein als individueller Wein wahrgenommen wird und nicht als irgendein Massenprodukt. Hinter jeder Flasche steht ein kleiner Betrieb, in dem ich mich als Winzerin von Anfang bis Ende um die Produktion kümmere – schon im Weinberg. Wer den Wein trinkt, soll spüren, dass sich jemand Gedanken gemacht hat und dass der Wein eine eigene Geschichte hat.
Welche Rolle spielen dabei auch Köchinnen und Köche?
Köchinnen und Köche sind ebenfalls Botschafter für Produkte – dadurch auch vom Wein. Sie kochen Gerichte, zu denen der Wein schlussendlich passt und erzählen mit ihren Gerichten die Geschichte der Zutaten. Der Wein gehört für mich ganz eng dazu, weil er gleichzeitig mit der Speise genossen wird. Wenn beides zusammenpasst, entsteht ein stimmiges Gesamterlebnis.
Ihr erzählt heute die Geschichte gemeinsam als Frauenteam.
Es ist auf jeden Fall eine schöne Erfahrung. Sowohl unter Winzerinnen als auch unter Köchinnen gibt es noch nicht sehr viele Frauen. Deshalb finde ich es besonders spannend, dass wir heute als Frauenteam auftreten. Am Anfang wird man vielleicht neugierig beobachtet, aber danach merkt man schnell, dass man gut aufgenommen wird. Ich finde es wichtig, dass Frauen in diesen Bereichen sichtbar sind. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir Frauen untereinander und miteinander arbeiten und die Position in der Gesellschaft gemeinsam stärken.





