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Die Fäden in der Hand: Bäuerinnen gestalten

Die Eröffnung der neuen Gastvitrine im Frauenmuseum Meran bildete den Auftakt zum Rahmenprogramm des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026 – ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie stark Bäuerinnen Landwirtschaft, Kultur und ländliche Entwicklung prägen. 

„Sie ernten, sie sähen, sie sind diejenigen, die die Fäden in der Hand halten…!“, sagte Julia Aufderklamm, die Direktorin des Frauenmuseums Meran in ihrer Eröffnungsrede und wies auf die stickende Bäuerin in der Vitrine hin, die bildhaft für die vielfältigen Tätigkeiten der Bäuerinnen steht - früher und heute. „Wir vom Frauenmuseum haben gemeinsam mit der Südtiroler Bäuerinnenorganisation diese Gastvitrine gestaltet, um die Arbeit der Bäuerinnen sichtbar zu machen, aber vor allem auch die Verantwortung, die sie tagtäglich tragen.“ Julia Aufderklamm erinnerte daran, dass Frauen in der Landwirtschaft seit dem Mittelalter unverzichtbare Leistungsträgerinnen waren.

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Wie präsent und gleichzeitig wie unterrepräsentiert Bäuerinnen noch immer sind, machte Landesbäuerin Antonia Egger in ihrem Beitrag deutlich. Weltweit leisten Frauen laut UN über ein Drittel der Arbeit im Agrar- und Ernährungssystem. In Südtirol führen sie zwar 17 % der Betriebe – doch nur 5 % von ihnen sitzen in Verwaltungsräten jener Genossenschaften, die maßgeblich über die Zukunft der Landwirtschaft entscheiden.
Mit feiner Ironie griff Egger das alte Bild der „3 K“ – Kinder, Küche, Kirche – und das gern ergänzte „Krapfenbacken“ auf. Diese Rollenbilder, so Egger, spiegelten längst nicht mehr die Realität moderner bäuerlicher Arbeit wider. 

Mit welchen Themen sich die heutigen Bäuerinnen auf ihren Höfen beschäftigten, erzählte Petra Weger, die Bäuerin des Jahres 2025. Ihr Weg auf dem „Baumgartnerhof“ in Graun war geprägt von mehreren Schicksalsschlägen. Nach dem Unfalltod ihres Vaters übernahm sie den Hof, musste sich gegen finanzielle Widerstände bei Banken behaupten. Eindrucksvoll erzählte sie von den Herausforderungen des Berufes Bäuerin, auch was den Mutterschutz betrifft. Trotz Widerstände gab Petra nie auf: „Nur nicht stillstehen, mutig sein und selbstbewusst auftreten. Und zeigen, wie Landwirtschaft funktioniert, damit mehr Verständnis da ist.“

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Eine, die das in ihrer Gemeinde auch tut, ist Ulrike Laimer, Bäuerin vom Goldbichlhof in Lana, die als Gemeindereferentin ihre Erfahrungen als Bäuerin in die Gemeindepolitik miteinbringt. Davon und wie schön es ist Bäuerin zu sein, erzählte Ulrike Laimer bei der Eröffnung. Ihre Botschaft: „Ohne Landwirtschaft keine Lebensmittel!“

Der Abend im Frauenmuseum zeigte vor allem eines: Bäuerinnen sind nach wie vor tragende Säulen unserer Landwirtschaft. Das Internationale Jahr der Bäuerin bietet die Chance, diese Leistungen zu würdigen – und die Weichen für mehr Sichtbarkeit und Mitbestimmung in Zukunft zu stellen.

Dass die Zukunft der Landwirtschaft auch durch den Magen geht, bewies zum Abschluss des Abends die Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Tisens. Die Schülergenossenschaft „hondgmocht & hausgmocht“ servierte regionale Köstlichkeiten, die zeigten, dass bäuerliches Wissen und moderne Ausbildung Hand in Hand gehen. 

Die „Riffianer Soatnmusig“ begleitet musikalisch durch den Abend.

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