Den Bauernhof mit allen Sinnen erleben
Eine Weiterbildung von AbilNova und dem Schule am Bauernhof-Betrieb Lüch da Murin zeigte, wie blinde und sehbehinderte Menschen den Bauernhof jenseits des Sehens erfahren und wie inklusive Angebote für alle Lernenden bereichernd sein können.
Die Sozialgenossenschaft AbilNova, ein Kompetenzzentrum für sensorische Beeinträchtigungen aus Trient, lud gemeinsam mit dem Lüch da Murin zur Weiterbildung „Den Bauernhof wahrnehmen“ ein. Die Veranstaltung fand am Bauernhof Lüch da Murin in Abtei statt. Ziel war es, den Teilnehmenden neue Wege zu zeigen, wie Menschen mit Sehbehinderungen die Welt um sich herum erleben – und wie man diesen Zugang in die pädagogische Arbeit einbauen kann.
Zu Beginn gab es eine Einführung in die Welt der Sehbehinderung und sensorischen Zugänglichkeit. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, alle Sinne zu aktivieren, um die Umwelt auf vielfältige Weise wahrzunehmen. Denn wenn das Sehen wegfällt oder eingeschränkt ist, gewinnen Tasten, Hören, Riechen und sogar Schmecken eine ganz neue Bedeutung.
Im nächsten Schritt wurde der Bauernhof auf eine besondere Weise erkundet. Unter Anleitung von Irene Matassoni von AbilNova erfuhren die Teilnehmenden, wie blinde und sehbehinderte Menschen ihre Umgebung erleben. Vorsichtig und aufmerksam bewegten sie sich durch den Heustadel und die Stallungen, wobei sie sich auf Geräusche, Gerüche und taktile Eindrücke konzentrierten. Der Bauernhof erwies sich als idealer Lernort, denn seine greifbaren Gegenstände und lebendigen Themen machen die Erfahrung besonders authentisch und zugänglich.
Zum Abschluss gab es eine Einführung in die Brailleschrift, bei der jede*r Teilnehmende seinen eigenen Namen mit dem Schriftsystem schreiben konnte.
Die Weiterbildung „Den Bauernhof wahrnehmen“ machte deutlich, wie inklusive Angebote auf Bauernhöfen Menschen mit sensorischen Einschränkungen nicht nur unterstützen, sondern auch für alle Beteiligten eine bereichernde und sinnliche Lernerfahrung schaffen können. Sie zeigt, wie viel es zu entdecken gibt, wenn man die Welt nicht nur sieht, sondern mit allen Sinnen wahrnimmt.
