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“Chancen entstehen nicht von allein - du schaffst sie”

Vollversammlung der Bäuerinnen im Bezirk Bozen: Einblicke, Austausch und klare Botschaften beim Lehrnerhof in Deutschnofen

Rund 70 Bäuerinnen folgten der Einladung zur Vollversammlung des Bezirks Bozen, die heuer auf dem Lehrnerhof in Deutschnofen stattfand. Nach einem herzlichen Grußwort von Landesrat Luis Walcher, der die Bedeutung der Bäuerinnen für Hof, Dorf und Gesellschaft hervorhob, begann die Veranstaltung mit einer Hofführung. In zwei Gruppen zeigten Stefan und Konrad Köhl den Familienbetrieb, einen Viehbetrieb mit eigener Käserei. Die 18,5 Hektar Wiesen liefern Futter für das Original Südtiroler Grauvieh, dessen Milch am Hof zu hochwertigem Rohmilchkäse verarbeitet wird. Die Verbindung von bäuerlicher Handarbeit, Familienzusammenhalt und Qualitätsbewusstsein begeisterte die Bäuerinnen und verdeutlichte die Vielfalt und Leistungsfähigkeit moderner Bergbauernbetriebe.

Im Anschluss eröffnete Bezirksbäuerin Vroni Stampfer die Vollversammlung und dankte der Familie Köhl für die eindrucksvollen Einblicke. In ihren Worten klangen Wertschätzung, aber auch klare Forderungen an: „Chancen entstehen nicht von allein – du schaffst sie. Wir Bäuerinnen tragen täglich enorme Verantwortung und schaffen Tag für Tag die Grundlage für Zukunft und Lebensqualität.“

Stampfer sprach offen über die Herausforderungen, denen Frauen in der Landwirtschaft begegnen: steigende Bürokratie, gesellschaftliche Erwartungen, Klimafolgen und der Spagat zwischen Familie, Hof und außerfamiliärer Arbeit. Besonders wichtig war ihr das Thema Rentenabsicherung. Sie rief junge Frauen dazu auf, sich aktiv zu informieren und bestehende Möglichkeiten zu nutzen. Gleichzeitig plädierte sie für eine gerechtere Anerkennung von Erziehungszeiten und eine Angleichung zwischen öffentlicher und privater Arbeitswelt.

Ein Schwerpunkt der Versammlung lag auch auf dem „Internationalen Jahr der Bäuerin“. Es mache sichtbar, wie vielfältig die Rollen von Bäuerinnen weltweit seien – als Produzentinnen, Familienmanagerinnen, Unternehmerinnen, Kulturträgerinnen und zentrale Stützen ihrer Gemeinschaften. Stampfer betonte: „Wir machen die Arbeit der Bäuerinnen sichtbar – mit Respekt, Wertschätzung und dem Bewusstsein, dass unser Tun die Zukunft der Landwirtschaft prägt.“

In den Grußworten hoben Landesbäuerin Tona Egger, SBB-Bezirksobmann Oswald Kienzel, SBJ-Bezirksleiterin Vera Oberrauch sowie Bürgermeister aus Deutschnofen Bernhard Daum die große Bedeutung der Bäuerinnenarbeit hervor und dankten für Einsatz und Zusammenhalt.

Die Versammlung klang in geselliger Runde aus – ein Abschluss eines Tages, der zeigte, wie lebendig und kraftvoll die Gemeinschaft der Bäuerinnen im Bezirk Bozen ist.

 

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