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37. Bezirksbäuerinnentag in Salern: Frauen gestalten die Zukunft zwischen Tradition und Moderne

Am 15. November öffnete die Fachschule Salern ihre Türen für den diesjährigen Bezirksbäuerinnentag. Unter dem Leitgedanken „Frauen in der Landwirtschaft – zwischen Tradition und Moderne“ kamen zahlreiche Bäuerinnen, Vertreterinnen aus Politik und Verbänden sowie Fachleute aus Bildungseinrichtungen zusammen.

Der Tag begann mit einem feierlichen Wortgottesdienst, gestaltet von Monika Gruber und Daniela Testor. Die Botschaft war klar: Die Bewahrung der Schöpfung und die Verantwortung für den Hof sind zentrale Aufgaben, die sich in einer sich wandelnden Welt neu definieren müssen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Familienmusik Pichler aus dem Wipptal und verlieh der Feierlichkeit einen besonderen Klang.

In ihrer Begrüßung betonte Bezirksbäuerin Irmgard Santer Testor die Bedeutung des Mottos. Tradition und Moderne seien keine Gegensätze, sondern zwei Säulen, die das bäuerliche Leben tragen. Während gewachsene Werte, Ehrenamt und ein starkes Vereinswesen die Gemeinschaft festigen, eröffnen Digitalisierung und neue Technologien Chancen, die zugleich Herausforderungen mit sich bringen. „Frauen in der Landwirtschaft sind dabei Schlüsselakteurinnen, die beide Welten miteinander verbinden,“ sagte Bezirksbäuerin.

Wie vielfältig dieses Engagement aussehen kann, zeigte Referentin Elisabeth Larcher in ihrem Vortrag. Sie berichtete von eigenen Hofprojekten, ihrer Arbeit in der Südtiroler Bäuerinnenorganisation und ihrem gesellschaftlichen Einsatz. Ihr Beitrag machte deutlich, dass aktive Mitgestaltung und Vernetzung entscheidend sind, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen.

Ein besonderer Moment war die Übergabe der Erbhofurkunden durch Landesrat Luis Walcher. Mit der Auszeichnung des „Tubla“-Hofs der Familie Comploi in Wolkenstein und des „Mortanhofs“ der Familie Hofer in Innerpfitsch wurde die jahrzehntelange Bewirtschaftung und Pflege der Höfe gewürdigt. Landesrat Walcher nutzte die Gelegenheit, um über aktuelle Entwicklungen und Fördermöglichkeiten in der Südtiroler Landwirtschaft zu informieren.

Unter den Ehrengästen befanden sich die Landesbäuerin Antonia Egger, der SBB-Bezirksobmann Matthias Braunhofer, der Bezirkspräsident der Seniorenvereinigung Sepp Weissteiner sowie die Landespräsidentin Theresia Larcher, der scheidende Schuldirektor der Fachschule Salern Martin Unterer und die neue Direktorin Christine Ladurner.

Mortanhof in Innerpfitsch
Seit 1980 bewirtschaftet Herbert Hofer den Mortanhof in Kinzen, den er von seinem Onkel übernahm. Der Bergbauernhof war lange ein Milchviehbetrieb, heute liegt der Schwerpunkt auf der Aufzucht von Jungrindern. In den 1990er Jahren wurden Wohn- und Wirtschaftsgebäude erneuert. Gemeinsam mit seiner Schwester Margit und deren Sohn Laurin führt Herbert den Hof. Seit 2006 können Gäste auf dem Mortanhof Urlaub am Bauernhof genießen

Hof Tubla in Wolkenstein

Der Tubla-Hof in Wolkenstein liegt auf 1.782 Metern und ist über 400 Jahre alt. Seit den 1980er Jahren führt Heinrich Comploi den Hof, den er nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm. Heute bewirtschaftet die Familie gemeinsam den Hof, hält Kühe, Jungvieh und Hennen. Gemeinsam mit seiner Frau Anna Maria und Tochter Margit bietet Heinrich Urlaub am Bauernhof – authentisches Südtiroler Lebensgefühl inmitten von Natur und Tradition.

Zum Abschluss dankte die Bezirksbäuerin Irmgard Santer Testor allen Beteiligten für ihren Einsatz. Der Bezirksbäuerinnentag erwies sich einmal mehr als wertvolle Plattform für Begegnung und Austausch – ein Ort, an dem Tradition und Moderne nicht nur diskutiert, sondern gemeinsam gelebt werden.

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