Home Wir über uns Verbandsarbeit und Projekte Jahresthemen Etwas Festes braucht der Mensch! Von welchen Werten wir leben.
Donnerstag, 30 März 2017

Etwas Festes braucht der Mensch! Von welchen Werten wir leben.

Wir als Südtiroler Bäuerinnenorganisation sind eine Standesorganisation, die auf den Werten des christlichen Grundsatzes beruht und deren Tätigkeit einen sinnstiftenden Charakter in der Gesellschaft hat. Im SBO-Leitbild sind unsere Grundwerte zusammengefasst.

Ich bin mir sicher, dass ein grundlegender Wert in unserer Südtiroler Gesellschaft der Glaube ist. Der gelebte christliche Glaube ist die Säule unserer Kultur und unseres Landes. Daher spreche ich mich auch ganz klar dafür aus, dass das Symbol unserer christlichen Kultur - das Kreuz - überall dort hängen soll, wo es geschätzt wird oder wo diese Wertschätzung vermittelt werden kann. Ich ermutige uns alle den Wert des christlichen Glaubens bewusster zu leben, und den Sonntag seinem ursprünglichen Charakter zu lassen und nicht dem Konsum zu opfern.

Seit Jahrhunderten prägt ein Wert die bäuerliche Familie: der Zusammenhalt. Ich bitte Euch alle, diesen Wert zu leben und nach außen zu tragen. Keine gegenseitigen Anschuldigungen, kein Besser oder Schlechter soll in Diskussionen um die Zukunft der Landwirtschaft bestimmend sein.

Lasst uns weiterhin verbunden sein mit unseren gemeinsamen Werten, die uns bis jetzt getragen und geführt haben. Wenn wir uns weiterhin entwickeln sollen – und wir müssen uns entwickeln – dann geht das nur miteinander. Und noch eine wesentliche Überlegung muss in unser Denken einziehen: das Heil der Landwirtschaft liegt nicht in Wachsen oder Weichen, sondern in Kreativität und unternehmerischem Mut. Verehrte anwesende Politiker, auch an Sie richte ich meine Bitte: Schaffen Sie Rahmenbedingungen, die dieses Miteinander ohne Wenn und Aber ermöglichen.

Gepflegtes und gelebtes Brauchtum hat mit Werten zu tun, mit der „Blüte eines Volkes“. Bräuche sind Volksgut und tragen zur Identitätsfindung bei. Diese Kultur ist einmalig, nicht kopierbar. Sie trägt wesentlich zum unverwechselbaren Bild unserer Landes und unserer Heimat bei. Das Weitergeben von diesen Traditionen verbunden mit dem Ursprungswissen pflegen vor allem wir Bäuerinnen. Wie der festliche Landesbäuerinnentag uns Bäuerinnen verbindet, so verbinden Bräuche Berufsstände, Orte oder Regionen. Menschen brauchen Rituale, sie gehören zu unserem Leben dazu – und geben Halt und Orientierung. Diese Orientierung wollen wir schriftlich festhalten. Da viele Bräuche ihren Ursprung in der bäuerlichen Welt haben, wollen wir diese in einem Buch zusammenfassen. Somit können unsere Bräuche für die Zukunft bewahrt und weitergegeben werden. Aus diesem Grund streben wir die Einführung eines Internationalen Tag der Bräuche an. Ein Dank geht hier an die Landesregierung; dass sie sich für dieses Anliegen einsetzt. Wert – voll ist oft das, was nicht gekauft werden kann, wie zum Beispiel Heimat. Heimat ist, wo man sich wohlfühlt. Das kann ein Ort sein, aber auch ein Gefühl. Heimat kann nur gelebt und erlebt werden, zum Beispiel wenn ich durch ein Grüßen einen Menschen wert – schätze oder durch ein Grüßen wert - geschätzt werde.

Mit Heimat leben oder erleben verbinde ich aber auch die Gabe, Menschen an und in unserer bäuerlichen Welt teilhaben zu lassen. Das neue Gesetz zur Sozialen Landwirtschaft kann hier gerade für uns Bäuerinnen neue Perspektiven eröffnen.

Abschließend lade ich Euch alle ein, unsere gemeinsamen Werte vorzuleben, ohne sich selbst zum absoluten Maßstab zu erheben:

Weniger ist mehr – weniger an Haben und Mehr an sein, weniger gesprochene Werte, mehr gelebte Werte, weniger Oberflächlichkeit und mehr Wertschätzung.

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