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Montag, 02 Juni 2014

Jahresthema 2013 - Haint zu Tog Bäuerin sein

Bäuerinnen weltweit und in unserem Land

Die Bäuerin kann mit einem bunten kunstvollen Mosaik verglichen werden. Jede Bäuerin ist ein besonderer Stein mit einem besonderen Glanz und alle zusammen ergeben ein bewundernswertes Bild. Aber jede von uns sieht den eigenen Mosaikstein den eigenen Hof die eigene Familiensituation und glaubt manchmal, dass der eigene Mosaikstein schon das Bäuerinnenbild ist.

Heint zi Tog Bäuerin sein bedeutet für uns in Südtirol etwas ganz anderes als für viele Frauen in der Weltlandwirtschaft. Eine Studie von drei Frauen aus Tunesien Deutschland und Kanada besagt, dass weltweit die meisten Frauen in den ländlichen Räumen nach wie vor miserablen Gesundheit und Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind, kaum rechtlichen Anspruch auf Grund und Boden haben und nur beschränkt Zugang zu Bildung haben. Fruchtbares Land wird von Regierungen an Weltkonzerne wie Coca Cola oder Nestle verkauft und so tappen viele Bäuerinnen in die Abhängigkeitsfalle. Diskriminierende Gesetze verweigern Bäuerinnen Zugang zu fruchtbaren Land und Landbesitz. In Nordafrika haben Frauen beim Erbrecht gegenüber den männlichen Erben nur auf die Hälfte des Landbesitzes Anspruch. So sind Frauen auch benachteiligt beim Zugang zu Bankkrediten und Absatzmärkten. Gleichzeitig produzieren Frauen in Afrika 50 bis 60 der Grundnahrungsmittel, in Asien verrichten Frauen über 50% der Arbeit die für den intensiven Reisanbau notwendig ist und in vielen Ländern der Erde beschaffen Frauen die Grundnahrung für ihre Familien.

Auch die Bäuerin in Südtirol lebt in ganz unterschiedlichen Welten. Jede ist geprägt von der geographischen Lage, in entlegenen Tälern, von kargen Landschaften, von Gunstlagen und Nutzflächen, vor allem aber von der Wirtschaftsweise wie Viehwirtschaft, Obst, Gemüse, Wein, Beeren, Kräuter. Zudem hat jeder Hof eine unterschiedliche Betriebsgröße und wird im Vollerwerb- im Nebenerwerb oder mit Zuerwerb bewirtschaftet. Das einzige was wir Bäuerinnen gemeinsam haben ist die Erde - der Grund und Boden den wir bewirtschaften und nutzen, Grund und Boden ist der kleinste gemeinsame Nenner über den wir uns verständigen, der uns zusammenführt und auf den wir aufbauen.

Chancen für die Bäuerin

Tatsache ist, dass die Bäuerin heute sicher mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Arbeit in der Landwirtschaft bekommt als unsere Eltern und Großeltern. Diese Chance nutzen viele Bäuerinnen, sie jammern nicht über den geringen Erlös von den landwirtschaftlichen Produkten sondern sind erfinderisch beim Suchen nach alternativen Erwerbsmöglichkeiten und steigen in die Spezialisierung von Nischenprodukten ein. Die Bäuerin von heute ist hellhörig für die Sehnsucht vieler Menschen nach Heimat, nach Dazugehören und nach Nahrungsmittelsicherheit. Sie lässt viele an ihrer Identität teilhaben. Das Vertrauen, das man ihr im Bereich gesunde Nahrungsmittel entgegenbringt, stärkt ihr Selbstvertrauen und macht Mut für Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft.

Sie ist auch der Gegenpol für die Globalisierung. Diese ermöglicht zwar, dass jeder/und jede auf der ganzen Welt das gleiche Kleidungsstück von H&M kaufen und so auch tragen kann, ohne Unterschied ob ich in Brasilien in China in Berlin oder Innsbruck lebe und arbeite. Das Herkunftsland und unter welchen Arbeitsbedingungen ein Produkt auf den Markt kommt, wird zu wenig hinterfragt, denn Werbung ist gezielt darauf ausgerichtet, dass die Macht der Konzerne unsere Vorstellung von schön und modern bestimmen. Dass damit aber die Besonderheit von einzelnen Gebieten und Ländern verloren geht wird bewusst verschwiegen.

Das gleiche spiegelt sich bei den Lebensmitteln wieder. Die Globalisierung kann die Versprechungen die Armut zu beseitigen nicht einhalten. Überall auf der Welt bekomme ich Coca Cola, die heimischen Lebensmittel werden mit Billigpreisen einfach verdrängt bis die heimische Produktion für immer eingestellt wird. Die Lebensmittelindustrie hat für Kinder eine raffinierte Marktstrategie entwickelt. Beim Kauf von Pommes- Cheeseburger und Cola gibt es ein Gratisspielzeug dazu. Fett, Zucker und Salz sind die Hauptbestandteile dieser Nahrung. Die Folgen von falscher Ernährung tragen nicht die Hersteller sondern wieder alle Steuerzahler (Bericht Deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel). Bedenklich ist auch, dass wir, bzw. die meisten von uns, nicht mehr imstande sind die Inhalte auf den Etiketten bei den Lebensmittel zu verstehen. Etiketten sind wichtiger geworden als der Mensch der in Eigenverantwortung ein Lebensmittel herstellt.

Ein Beispiel sind die Lebensmittelskandale. Sie sind das Produkt von der Anonymität der Hersteller und der Gier nach Gewinnmaximierung. Die Kehrseite vom Welthandel ist der Verlust von typischen Eigenheiten und von kulturellen Besonderheiten. Wenn Südtirol in einem Landesgesetz den Anbau von Gentechnik verändertem Saatgut verboten hat und gleichzeitig die Kennzeichnung gentechnikfreier Produkte geregelt hat so hebt das meiner Meinung nach den Stellenwert unserer Landwirtschaft.

Eine Chance für zukünftige Entwicklung sehe ich auf Europäischer Ebene. In der Stellungnahme vom 12. Juli 2012 wurde in Brüssel im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss die Bäuerin als treibende Kraft für ein Entwicklungs- und Innovationsmodell in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum vorgestellt. Als Empfehlung wird geschrieben: Das Potential der Frauen die in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum arbeiten oder unternehmerisch tätig sind muss gefördert werden, damit Frauen aktiv an der Entwicklung und Innovation mitwirken und der gesamten Branche aus der Krise helfen. Frauen können neue Impulse für einen Aufschwung traditioneller Qualitätsprodukte und biologischer Erzeugnisse geben. Das wiederum fördert eine engere Zusammenarbeit zwischen Erzeugerinnen und Verbraucherinnen. Die Stellungnahme fordert auch eine stärkere und bessere Einbindung der Frauen in die landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung, in den europäischen Entwicklungs- und Ausbildungsprogrammen.

Auftrag

Liebe Bäuerinnen, solche Stellungnahmen machen Mut und bewirken Begeisterung-Motivation- Freiheit und Eigenständigkeit. Die Bäuerin von heute hat aber auch einen wichtigen Auftrag.

Aufgrund des geringen Einkommens am Hof und der eigenen Berufsbildung arbeitet die Bäuerin auch in einem landwirtschaftfremden Beruf, ist aber trotzdem bereit sich auch für die Entwicklung des Hofes einzubringen. Und so manche Bäuerin schmeißt allein den Hof, wenn der Mann auswärts arbeiten geht. Heit zu Tog Bäuerin sein heißt auch teamfähig sein und sich in der Dorfgemeinschaft für das Gemeinwohl einzusetzen. Heint zi Tog Bäuerin sein heißt Verantwortung für den sehr begrenzten Grund und Boden zu übernehmen, das bedeutet Entwicklungen und Trends kritisch zu hinterfragen. Heint zi Tog Bäuerin sein heißt politisch sich einmischen, aber auch die Rolle als Kulturträgerin und Traditionspflegerin einnehmen. Zeit und Raum für die Religion schaffen. Sonntagsarbeit! Heint zi Tog Bäuerin sein heißt Werte wie Nachhaltig denken, entscheiden und handeln von sich selber aber auch von der Gesellschaft einfordern. Verbündete für den ländlichen Raum suchen; Arbeit- Bildungseinrichtungen- Gesundheitsdienstleistungen und Internetanschluss als Grundvoraussetzung für einen attraktiven ländlichen Raum einfordern.

Den Bäuerinnen wird nicht nur im Dorf in unserem Land oder auf EU-Ebene eine wichtige Rolle zugeordnet; Von Kofi Anan, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, stammt das Zitat „die Zukunft unseres Planeten hängt von den Frauen ab“. Ich bin überzeugt die Bäuerin wird eine wichtige Rolle spielen. Die Mosaiksteine werden sich verändern aber das Bild der Bäuerin bleibt etwas besonders.

Maria Hochgruber Kuenzer, Landtagsabgeordnete

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