Montag, 17 Oktober 2016

Heint zu Tog Bäuerin sein

Von vielfältigen Bäuerinnen, von Frauen mit Selbstbewusstsein und Weitblick, von Lebenskünstlerinnen und von Imageträgerinnen für die bäuerlichen Betriebe war bei der Pressekonferenz der Südtiroler Bäuerinnenorganisation am Welttag der Landfrauen am Samstag, den 15. Oktober die Rede.

Sieben Bäuerinnen aus Südtirol erzählten ihre Geschichte, sprachen über ihre Erfahrungen und ihre Vorstellung über das Leben und das Arbeiten auf dem Hof. Ob Vollerwerbs- oder Nebenerwerbsbäuerin, Hofübernehmerin, eingeheiratete Bäuerin, Bio-Bäuerin, Tagesmutter, Bäuerinnen-Dienstleisterin, Vieh- oder Obstbäuerin, Bauernmarktlerin, Berg- oder Talbäuerin: Jede Bäuerin ist einzigartig. Einzigartig ist auch das „was“ oder das „wie“ der Frauen. Gemeinsam hingegen haben die Bäuerinnen die Freude an der Arbeit mit und in der Natur und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. Doch auch von Entbehrungen war die Rede, von harter körperlicher Arbeit, von Einsamkeit, von der Suche nach dem richtigen Partner.

Die Ein– und Ansichten der sieben Bäuerinnen sind im Film von der Filmemacherin Verena Ranzi festgehalten. Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer hebt die Diversifizierung in jenen Betrieben hervor, bei denen die Frauen mitdenken und mitentscheiden: „Das Berufsbild der Bäuerin hat sich stark gewandelt. Die Bäuerinnen sind selbstbewusster, vielfältiger, bunter und aktiver geworden. Sie sind meist die innovative Kraft und suchen nach neuen Standbeinen. Und nur so ist unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft überlebensfähig.“

Ganz klar hervorgehoben wurde noch eine wesentliche Tatsache: Die Arbeit am Hof geht nur gemeinsam. Das Miteinander von Bäuerin und Bauer und der Generationen am Hof spielt eine wesentliche Rolle. Für Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Beirates für Chancengleichheit, stehen die Bäuerinnen für Zusammenhalt und für ein Netzwerk, das funktioniert: „Und dieses positive Bild nach außen zu tragen, ist sehr wichtig!“ Der Beirat hat das Projekt finanziell unterstützt.

„Die Bäuerinnen von heute stehen nicht mehr im Schatten der Bauern“, sagte Landesrat Schuler. „Sie bringen sich in der Öffentlichkeit ein. Ihre Stimme, ihre Erfahrungen sind wichtig, um ein realistisches Bilde der Landwirtschaft zu vermitteln.“ L-Abg. Maria Kuenzer sprach von Visionen, die die Südtiroler Bäuerinnenorganisation immer schon hatte. „Eine neue Vision liegt in der Sozialen Landwirtschaft, die einigen bäuerlichen Familien weitere Möglichkeit bieten wird,“ ist Kuenzer überzeugt.

So hat jeder Hof sein eigenes Bild, seinen eigenen Weg. Und dabei spielen die Bäuerinnen eine wesentliche Rolle. Es gelingt ihnen, sich am Hof zu verwirklichen, ihrer Familie eine Zukunft zu ermöglichen und gesunde Lebensmittel zu produzieren. Jede auf ihre Art und Weise: das bedeutet „Heint zu Tog Bäuerin sein.

Info zum Film Heint zu Tog Bäuerin sein:

Regie und Schnitt: Verena Ranzi, Kamera: Andrea Costa, Produktion: Takt Film Dauer: 15 Minuten, Herausgeber: © Südtiroler Bäuerinnenorganisation

Der Film kann auf unserer Homepage angesehen werden: http://www.baeuerinnen.it/wir-ueber-uns/mediathek.html.

Es besteht auch die Möglichkeit den Film im SBO-Büro auszuleihen: www.baeuerinnen.it, info@baeuerinnen.it +39 0471 999 460

Der Film wird am 1. November auf Rai Südtirol ausgestrahlt.

Bildtext:

Bild 1: v.l.n.r. Bäuerin Rosa Punter, Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer, Bäuerinnen Sabine Ruepp, Sissi Waldner, Filmemacherin Verena Ranzi, Präsidentin des Beirates für Chanengleichheit Ulrike Oberhammer, Landtagsabgeordente Maria Kuenzer, Landesrat für Landwirtschaft Arnold Schuler, Bäuerinnen Ingeborg Gruber, Anna Hochwieser, Roswitha Prugger, Marianna Mair und Landessekretärin Verena Niederkofler.

Bild 2: Die sieben Bäuerinnen, die beim Filmprojekt Heint zu Tog Bäeurin sein mitgemacht haben: v.l.n.r.: Sabine Ruepp, Marianna Mair, Sissi Walder, Ingeborg Gruber, Rosa Punter, Anna Hochwieser und Roswitha Prugger.

Bild 3: Die sieben Bäuerinnen mit der Filmemacherin Verena Ranzi (ganz links) und Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer und Landessekretärin Verena Niederkofler (rechts) bei der Pressekonferenz am Welttag der Landfrauen am 15. Oktober auf dem Punterhof in Vahrn.

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