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Die Kastanie: rund und gesund

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Die Kastanie: rund und gesund

Herbstzeit ist Kastanienzeit, und alle freuen sich auf die Kastanie. Besonders im Oktober, wenn die Ernte der Kastanien beginnt, wollen alle diese Nuss haben - egal ob gebraten, gekocht oder zu leckeren Kastanienherzen verarbeitet. Dank ihrer vielseitigen Verwendung trifft sie fast jeden Geschmack. Vor allem das traditionelle Törggelen ist ohne die „Keschtn“ nur schwer vorstellbar und niemand will darauf verzichten. Auch die Bäuerinnen-Dienstleisterin Mathilde Wieser Reichhalter ist begeistert von der edlen Frucht, pflegt, erntet und verarbeitet sie auf dem Neuhäuslhof in Afing/Jenesien. Mathilde Wieser Reichhalter ist Referentin für Koch- und Backkurse, für Handarbeits- und Dekorationskurse und Anbieterin für Bäuerinnen-Brotzeit: gsund und guat/bäuerliches Buffet. Mathilde näht, kocht, backt und dekoriert gerne. Sie hat diese Fertigkeiten von ihren Eltern, Großeltern und Tanten gelernt und ist heute sehr dankbar dafür. Die Bäuerin liebt es die verschiedenen Handwerkstechniken und Traditionen weiterzugeben, damit diese nicht verloren gehen. Sie mag den Kontakt mit Menschen, sie möchte sie begeistern, das Gelernte weiterzuführen und umzusetzen. Genau aus diesen Grund ist sie Bäuerinnen-Dienstleisterin. Auch Bäuerin wurde sie ganz bewusst: Sie übernahm, gemeinsam mit ihrem Mann den Hof ihres Onkels und gemeinsam bearbeiten sie den Neuhäuslhof. Die Arbeit in der Natur und mit den Jahreszeiten gefällt ihr. Es gibt immer etwas zu tun am Hof, doch sie kann sich die Arbeitszeiten selbst einteilen. Dieses freie Arbeiten inspiriert sie, sie kann kreativ sein, selbst entscheiden und das ist das Schöne daran. Eine große Rolle im Leben der Bäuerin spielt die Kastanie. Seit sie denken kann, isst Mathilde leidenschaftlich gerne Kastanien in allen möglichen Variationen. Jetzt, auf dem Neuhäuslhof, haben sie und ihre Familie die Möglichkeit selbst Kastanien zu ernten. Es ist für sie ein großartiges Gefühl durch ihren Kastanienhain zu gehen und zu erleben, wie die Kastanien vom Baum fallen und zu schauen, wie die Ernte ist, ob die Kastanien schön, groß und gesund sind. Das alles kann man erst erkennen, wenn die Kastanie am Boden liegt. Das Gefühl ist natürlich umso schöner, wenn man feststellen darf, dass die Kastanien perfekt sind. So kann man sich auf die Ernte vorbereiten und die Kastaniensaison kann beginnen.

 

 

Was kann man aus Kastanien alles machen?

Die Kastanie ist sehr vielseitig verwendbar, man kann sie kochen oder braten, nach dem Schälen kann man sie dann zu verschiedene Leckereien verarbeiten. Ich denke das wohl beliebteste Kastanienprodukt ist das Kastanienherz, es ist auch mein persönlicher Favorit. Übrigens wurde das Kastanienherz von einem Bozner Konditor erfunden, der seiner Liebsten etwas ganz Besonderes schenken wollte. Auch heute ist es noch ein Zeichen der Liebenden. Allerdings kann man noch so viel mehr aus ihr machen wie Knödel, Gnocchi, Schupfnudel, Aufstriche, Torten und andere verschiedene Süßspeisen. Bei der Verwendung oder Zubereitung der Kastanie in der Küche werden keine Grenzen gesetzt. Zudem lässt sich mit der Kastanie auch hervorragend basteln – von Männchen bis Igel. Dafür nimmt man am besten die ungenießbare Rostkastanie her.

Aber auch nur die stachelige Kastanienschale selbst oder ein Ast mit Igeln und bunten Blättern ist eine wunderbare Herbst-Dekoration. Welche Kastanie bevorzugen Sie?

Wir haben zu Hause die Edelkastanie. Sie schmeckt mir sehr gut, da sie süß ist. Aber es gibt zahlreiche Sorten und ich würde behaupten, dass alle essbaren von ihnen lecker schmecken. Natürlich gibt es immer Unterschiede, vor allem bei der Süße der Frucht unterscheidet sich jede Kastaniensorte voneinander. Für mich ist jede einzelne Sorte etwas ganz Besonderes.

Wo wächst der Kastanienbaum und was braucht er dafür?

Kastanien werden in vielen verschiedenen Ländern angebaut, da es viele Gebiete gibt, die gute Bodenvoraussetzungen für den Anbau von Kastanien haben. Hier bei uns wächst der Kastanienbaum nicht über 1000 Metern über den Meeresspiegel. Außerdem gedeiht er am besten auf sauren Böden, am liebsten sind ihm hügelige Gebirge. Unser Hof liegt auf 850 Metern und die Kastanien wachsen glücklicherweise sehr gut. Der Kastanienbaum wächst im Wald und braucht dort keine besondere Pflege. Die Kastanien sind also unbehandelt und das ist gut so. Wenn es die Möglichkeit zur Bewässerung gibt, kann man die Kastanienbäume in den Sommermonaten eventuell bewässern. Das lässt die Frucht wachsen und man hat am Ende eine schönere Ernte.

Wie kann man die Kastanie haltbar machen?

Das Haltbarmachen der Kastanien ist relativ eine schwierige Angelegenheit. Man könnte die Kastanie trocknen, aber sie schmeckt dann auch sehr trocken. Heutzutage ist es am einfachsten, die Kastanie tiefzukühlen. Man kann sie sowohl geschält als auch ungeschält in das Eisfach geben. Wichtig ist, die Kastanien nicht in Plastik- oder Papiersäcken aufzubewahren oder in den Kühlschrank legen. Man sollte sie möglichst trocken und in einem kühlen Raum lagern, im besten Fall in einem Korb, durch den von allen Seiten Sauerstoff an die Kastanien gelangen kann. Bei zu viel Feuchtigkeit besteht die Gefahr, dass die Kastanien braun werden.

Wann ist die Kastanie fertiggekocht?

Im Wasser brauchen die Kastanien ca. eine Stunde, dabei kommt es aber auch darauf an, ob es sich um frische Kastanien handelt, oder ob man sie schon einige Tage zu Hause hat. In diesem Fall könnten sie auch etwas länger brauchen. Beim Braten sieht man sehr gut bei der Schale, ob die Kastanien fertig geberaten sind: Löst sich die Schale, sind die Kastanien bereit und man kann sie von der Bratpfanne herausnehmen. Das Ritzen der Kastanien ist deshalb beim Braten unbedingt notwendig, beim Kochen hingegen soll man die Kastanie nicht ritzen, weil die Kastanien sonst wässrig werden.

Und die Ernte?

Die Ernte der Kastanien beginnt bei uns je nach Witterung Anfang Oktober und läuft bis Mitte November. Wir machen alles noch mit der Hand. Zwar gib es schon Maschinen, die die Kastanien vom Boden aufheben, jedoch zahlen sich diese erst bei diejenigen aus, die richtig viele Kastanien haben.

Zum Schluss: Die Kastanien ist für Sie…

ein wertvolles, naturbelassenes Produkt. Die Kastanie ist für mich viel mehr als eine winterliche Leckerei!

 

Veröffentlicht in der DiVita Zeitung im September 2019 - siehe Anhang zum Herunterladen